Neuerscheinung:

"Geheimdienste und globalisierte Risiken"

Liebe Freunde, geschätzte Kollegen,

ich möchte auf eine aktuelle Neuerscheinung zum Thema Geheime Nachrichtendienste aufmerksam machen, das Buch "Geheimdienste und globalisierte Risiken" von Stephan Blancke.

Diese Risiken sind an sich nicht neu, haben aber in den Jahren nach dem Ende des Kalten Krieges erheblich an Bedeutung gewonnen und werden mit Begriffen wie Schurkenstaaten, Information Warfare (für die moderne Form der psychologischen Kriegsführung und Desinformation), Data Mining, Proliferation, transnationaler, organisierter Kriminalität usw. beschrieben.

An erster Stelle wird der Terrorismus genannt. Für das FBI ist er die größte Bedrohung, erst dann folgt die Spionage. Dennoch haben beide Phänomene eng miteinander zu tun, denn zum Kampf gegen den Terrorismus werden in erster Linie geheime Nachrichtendienste eingesetzt. Dabei haben sie es überwiegend mit Akteuren zu tun, die im Verborgenen arbeiten. Klandestine Netzwerke, die mit Nuklearmaterial, sensibler Technologie oder Informationen handeln oder moderne Informationssysteme bedrohen, lassen sich ungerne in die Karten schauen.

Gleiches gilt für geheim- und nachrichtendienstliches Handeln. Ob sog. Spionage, militärische Aufklärung, covert actions oder politisch-militärische Einflußnahme - moderne ND-Informationsgewinnung/-verarbeitung und GD-Operationen sind heute umfassender und technisch aufwendiger, als je zuvor. Dienste zur Terrorabwehr und Spionageabwehr müssen sich dem strukturell und methodisch anpassen. Globale Risiken führen dazu, daß international tätige Organisationen wie UNO, EU, NATO u. a. ständig mehr Informationen benötigen.

Das Buch (knapp 200 S.) wirft daher einen kritischen Blick auf Techniken und Methoden der nachrichtendienstlichen Informationsbeschaffung. Es geht jedoch einen Schritt weiter und stellt die Möglichkeit eines Nachrichtendienstes dar, der entweder im Auftrag der UNO, ähnlicher Einrichtungen und/oder sog. Nicht-Regierungs-Organisationen arbeitet und dringend benötigte Informationen, z. B. im Bereich von Völkerrechtsverletzungen, beschafft. Der Autor schaut dafür auf die VR China und bes. Nord-Korea und widmet sich den Gefahren, die moderne Informationsgesellschaften verwundbar machen.

Stephan Blancke hat Verwaltungswirtschaft und dann Politikwissenschaft studiert und befaßt sich seit vielen Jahren mit nachrichtendienstlichen Fragen. U. a. war er als Lehrbeauftragter für die Fachhochschule des Bundes tätig und publiziert in renommierten Zeitschriften und Schriftenreihen.

Ich durfte das Buch bereits vor dem Erscheinen ausgiebig lesen und empfehle es gerne all jenen, die sich mit aktuellen und zu erwartenden ND-Problemen befassen. Hier die bibliographische Angabe: Blancke, Stephan: Geheimdienste und globalisierte Risiken, Berlin 2006: Verlag Dr. Köster, ISBN 978-3-89574-599-7, 19,80 Euro. Bestellbar ab dem 1. August 2006.

Herzliche Grüße
Ihr Bodo Wegmann


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